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Wann ist es Mobbing?

Wenn ein Kind durch ständiges Drangsalieren in eine eindeutige Opferrolle gedrängt wird, aus der es sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien kann. Ziel ist die soziale Ausgrenzung. Mobbing passiert über einen längeren Zeitraum!

Dass sich Kinder mitunter hänseln, dass sie streiten und raufen, ist normal.

Mobbing  beginnt harmlos, der Verlauf ist schleichend.

Die Seelen der betroffenen Kinder leiden beträchtlich. Mobbing frisst auf, lässt keinen Raum für Schönes und spaltet die Gemeinschaft. Ein Schultag wird viel zu lang.

Wie kann ich es erkennen?

  • Wenn das Kind auf einmal nicht mehr zur Schule gehen will. Dahinter steckt oft die Angst vor der Konfrontation mit MitschülerInnen.
  • Wenn es plötzlich zur Schule gefahren werden will. Körperliche Attacken finden oft auf dem Schulweg statt.
  • Wenn die schulischen Leistungen schwanken oder nachlassen. Viele Opfer schwänzen bei jeder Gelegenheit, um den Bosheiten zu entgehen.
  • Wenn das Kind regelmäßig Geld „verliert“. Dahinter könnte eine Taschengeld-Erpressung stecken.

Wer wird Opfer?

Besonders gefährdet sind Kinder, die ängstlich, überangepasst, introvertiert, ungeschickt und wenig selbstbewusst sind. Aber auch Kinder mit andersartigem, auffälligen Aussehen, einer Behinderung, niedriger Frustrationsschwelle oder besonders Engagierte werden oft Opfer, ebenso wie Kinder aus Familien, in denen Gewalt sehr stark abgelehnt wird.

Opfer sprechen nicht über das Problem, weil sie nicht als Verräter dastehen wollen und Angst vor noch ärgeren Repressalien haben.

Viele Opfer schämen sich, leiden still vor sich hin und schweigen. Es ist kein Petzen, wenn sie es melden: Mobbing betrifft die Klasse und muss thematisiert werden!

Kein Opfer ist selber schuld! Mobbing kann jede/n treffen.

Wer wird Täter?

Oft sind Täter noch unbeliebter in der Gemeinschaft als Opfer. Sie versuchen davon abzulenken, indem sie zu einer anderen Person boshaft sind: Mobbing ist Erhöhung durch Erniedrigung. Die Täter ziehen sämtliche Register: beschimpfen, hänseln, bloßstellen, schikanieren bedrohen – bis zu brutalen körperlichen Attacken.

Auch Täter sprechen nicht über das Problem, weil sie sich vor Bestrafung fürchten.

Wie lässt sich Mobbing verhindern?

Ob in einer Klasse gemobbt wird, hängt stark vom sozialen Klima ab. Je offener mit dem Thema umgegangen wird, umso weniger kommt Mobbing vor. Der Beste Schutz:

  • Prävention
  • Sensibilisierung für das Thema
  • Wissen schützt!

Kinder sollen sich im Fall von Mobbing auf die richtige Seite stellen und keinesfalls mitmachen!

Soziales Lernen gehört bei uns zum Unterricht wie das Lesen! Alle Kinder nehmen daran teil. Es geht um respektvollen Umgang miteinander, wie man sich gegenseitig unterstützt, wie man miteinander in der Schule weiterkommt und nicht gegeneinander kämpft.

Man kann an Mobbing nicht nicht beteiligt sein! Es hört nicht von selbst auf, sondern wird immer stärker. Es wird ermöglicht: ErmöglicherInnen sind Zu- und WegschauerInnen, Mitmacher- und MitlacherInnen, AufpeitscherInnen, VerharmloserInnen…..Sie sind es, die Mobbing beenden oder verhindern können.

Die Hauptverantwortung für das soziale Klima tragen die Führungspersonen, also in der Schule die Lehrerin und zu Hause die Eltern.

Was braucht es? Beziehungskompetenz! Kinder entwickeln sich auch unter schwierigen Bedingungen gut, wenn zwei Voraussetzungen gegeben sind:

  1. Wenn ein Mensch da ist, dem sie vertrauen können, der zu ihnen hält, von dem Sie wissen: Der ist immer für mich da! Aber dieser Mensch ist unverzichtbar. Es kann Mutter sein, oder Vater, oder Oma oder Opa, oder die Tante oder der Onkel, aber auch die Lehrerin.
  2. Die zweite Bedingung ist Schutz und Sicherheit.

Gemeinsames Aufstellen von Regeln des Miteinanders, z.B.:

  1. Jede/r soll sich in der Schule sicher fühlen können und keine Angst vor Gewalt haben müssen.
  2. Wer Gewalt anwendet oder andere schikaniert, muss sich einem Gespräch stellen, die vereinbarten Konsequenzen tragen und eine Form der Wiedergutmachung finden (Neue Autorität).
  3. Wir nehmen uns Zeit für unser Miteinander.

Wie können Eltern helfen, wenn ihr Kind gemobbt wird?

  • Selbstvertrauen des Kindes stärken: betonen Sie die Begabungen und positiven Eigenschaften Ihres Kindes. Auch Körpertraining stärkt das Selbstbewusstsein.
  • Sagen Sie Ihrem Kind, es ist nicht feig und es petzt auch nicht, wenn es der Lehrerin berichtet. Mobbing ist Gewalt und Gewalt dulden wir hier nicht. Die Lehrerin muss davon erfahren, denn Mobbing passiert heimlich!
  • Ermutigen Sie ihr Kind, Kontakte zu freundlichen MitschülerInnen zu knüpfen.
  • Suchen Sie das Gespräch mit der Lehrerin, um gemeinsame Strategien zu entwickeln. Mobbing ist ein Problem der Klasse, nicht das alleinige Ihres Kindes.
  • Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es nicht allein ist, dass Sie für es da sind.
  • Vermeiden Sie einen Schulwechsel. Das wäre ein falsches Signal für Ihr Kind, denn ein Schulwechsel würde den Erfolg der Mobbenden besiegeln. Davonlaufen ist auch sehr schlecht für das Selbstbewusstsein – Krisen sind zum Lösen da und auch zum Lernen.
  • Der beste Schutz sind sozial kompetente Menschen! Kinder, die sich geliebt und sicher fühlen, werden eher keine anderen Kinder mobben. Kinder, denen im Dialog klare Grenzen gesetzt werden, werden die Grenzen anderer Menschen eher achten

 

Aus „Leben“, Direct News, Broschüre der Kinder- und Jugendanwaltschaft „Was tun – bei Mobbing und Gewalt im Klassenzimmer?“

 

Carmen Gruber, im Juni 2015