Tipps für Schulanfänger*innen

Nun kommen wir zum letzten Teil unserer Tipps. In ein paar Wochen beginnt die Schule und so manche Anregung lässt sich sicher leicht in den Alltag einbauen. Viel Freude in den letzten Tagen im Kindergarten und einen schönen Sommer!

Soziale Fähigkeiten:
Kinder sollten in der Lage sein, mit anderen Kindern zu interagieren, Freundschaften zu schließen und Konflikte auf konstruktive Weise zu lösen.

Emotionale Reife:
Kinder sollten in der Lage sein, ihre Gefühle zu erkennen und zu äußern sowie ein gewisses Maß an Selbstkontrolle zu entwickeln.

Selbstständigkeit:
Es ist wichtig, dass Kinder grundlegende Selbsthilfe-Fähigkeiten beherrschen, wie das An- und Ausziehen, die Benutzung der Toilette und das Aufräumen nach dem Spielen (auch Elternarbeit!).

Konzentrationsfähigkeit:
Kinder sollten in der Lage sein, sich für eine angemessene Zeitspanne auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Anweisungen zu folgen.


Sprachliche Fähigkeiten:
Gute sprachliche Fähigkeiten sind entscheidend für den schulischen Erfolg. Kinder sollten in der Lage sein, klar zu sprechen, einfache Sätze zu bilden und Anwei-sungen zu verstehen und zu befolgen.

Grobmotorische Fähigkeiten:
Unterstützung bei der Entwicklung von körperlicher Koordination und Bewegung

Feinmotorische Fähigkeiten:
z. B. das Halten eines Stiftes, Schneiden mit einer Schere und das Malen einfacher Formen, ebenso das Umgehen mit Klebstoffen


Neugier und Lernbereitschaft:
Kinder sollten Interesse und Neugier am Lernen zeigen und bereit sein, neue Dinge auszuprobieren und Fragen zu stellen.


Grundlegende Fähigkeiten:
Grundkenntnisse in Zahlen, Buchstaben (z. B. die des eigenen Namens) und Formen sind hilfreich. Ein Interesse am Lesen und an Geschichten fördert die spätere Lesekompetenz und das Zuhören, wenn vorgelesen wird. Die Orientierung im Ort und vor allem der Schulweg sollten selbständig bewältigt werden können.


Routine und Struktur:
Kinder sollten an eine gewisse Routine gewöhnt sein, einschließlich regelmäßiger Mahlzeiten und Schlafenszeiten, (sowohl im Kiga als auch zu Hause), um sich an den strukturierten Schulalltag anzupassen. Dazu gehören auch Essen und Toilettengang.


Aufgabenverantwortung:
Kinder ermutigen, einfache Aufgaben eigenständig zu erledigen.

 

 

Grobmotorik

Hüpfen: Lassen Sie Ihr Kind auf einem Bein hüpfen oder von einem Punkt zum anderen springen. Beidbeinig springen, über einen Kreidestrich am        Boden springen......Das verbessert die Koordination und die Balance.

Balancieren: Auf einer Linie balancieren oder über einen Balken balancieren. Auch niedrige Mauern, Randsteine oder Baumstämme eignen sich. Wichtig  dabei ist das langsame Vorgehen Fußspitze an Ferse. 

Seilspringen: Das trainiert nicht nur die Grobmotorik, sondern gleichzeitig auch die Ausdauer und die Koordination.

Hindernisparcours: Stellen Sie Hindernisse im Garten auf dem Spielplatz auf oder lassen Sie Ihr Kind/Ihre Kinder kreativ werden (Bälle, Stecken,

Stangen, Steine,...). Beim Durchlaufen dieser Parcours trainiert Ihr Kind Beweglichkeit und Geschicklichkeit.

Ballspiele: sämtliche Ballspiele verbessern die Geschicklichkeit, die Beweglichkeit und die Auge-Hand-Koordination. In der Gruppe zusätzlich auch die  Teamfähigkeit.

Grundsätzlich gilt auch:

  • Ihr Kind sollte auf der Treppe die Beine abwechselnd benützen und ohne Festhalten auf der Treppe gehen können.
  • Das Kind sollte ohne Hilfe auf einen Sessel oder Tisch klettern und wieder herunterspringen können.
  • Auch Rückwärtsgehen ohne Umdrehen sollte möglich sein.
  • Schnelles Reagieren wie z.B. auf ein Zeichen hin (Pfiff, Signalton) aufhören zu laufen, soll möglich sein.

Viel Spaß beim Ausprobieren smile!

Feinmotorik

Verschiedene Übungen und Spielideen, die die Feinmotorik des Kindes fördern: 

➤ Kneten und Wickeln/Rollen

Um die Fingermuskulatur zu stärken, eignet sich Knete hervorragend. Geben Sie dem Kind die Aufgabe einige Formen und Figuren zu kneten und trainieren Sie so aktiv die Feinmotorik.

Koordinativ förderlich ist z.B. das auf- und abwickeln eines Fadens von einer Spule oder: Sie binden an einen Stift einen anderen mit einem Faden an und das Kind rollt den Faden mit dem angehängten Stift langsam auf.

➤ Bausteine

Das Spielen mit Bausteinen fördert die Hand-Auge-Koordination und ebenfalls die richtige Dosierung der Kraft - verwendet das Kind zu viel Kraft, stürzt der Turm/das Bauwerk ein.

➤ Fädeln

Das Auffädeln von Perlen erfordert Fingerspitzengefühl in beiden Händen und trainiert nebenbei noch die visuelle Wahrnehmung.

➤ Malen und „Schreiben“

Beim Malen (Ausmalen oder selber Malen) wird neben der Feinmotorik der Umgang mit Stift und Papier gelernt.

"Schreiben": Waagrechte und senkrechte Geraden ziehen, gerundete Linien ausprobieren und diagonale Striche versuchen – in verschiedenen Größen. Zum Beispiel: Experimente mit dem eigenen Namen.

Schneiden mit der Schere

Vorgezeichnete Linien auf einem Papier mit der Schere schneiden.

Wichtig ist, dass das Kind tatsächlich die Schneidebewegung macht und nicht das Blatt durch die Schere zieht.

➤ Puzzle

Beim Puzzeln wird die Hand-Augen-Koordination gefördert und gleichzeitig die Konzentration gestärkt.

 

Schulanfänger:innen Kinder folgende feinmotorischen Fähigkeiten mit sich bringen:

➤ Stifte spitzen, ohne dass die Spitze abbricht

➤ entlang einer Linie schneiden

➤ Formen und Muster ausmalen, ohne dass über die Linie gemalt wird

➤ sich selbstständig an- und ausziehen können – alle Kleidungsstücke!

➤ geschickt mit Messer und Gabel umgehen können                   Alles klar? Los geht's wink!

 

WAHRNEHMUNGSBEREICHE

Die Förderung der auditiven, visuellen und räumlichen Wahrnehmung sind für SchulanfängerInnen von großer Bedeutung, da diese Fähigkeiten grundlegend für das Lernen sind. Hier paar Übungen und Beispiele, wie Ihr Kind diese Wahrnehmungsbereiche gezielt stärken kann:

Auditive Wahrnehmung: Sie hilft Kindern, Geräusche und Klänge zu identifizieren und zu differenzieren, was für das Sprachverständnis und das Lernen von Lauten wichtig ist.

  • Geräuscheraten: Spielen Sie Aufnahmen von unterschiedlichen Alltagsgeräuschen vor (z.B: Telefonklingeln, Vogelzwitschern, Wasserplätschern) und lassen Sie das Kind raten, was es hört.
  • Lautstärken vergleichen: Bieten Sie verschiedene Geräusche in verschiedenen Lautstärken an und sprechen darüber, welche Geräusche lauter oder leiser sind.
  • Reime und Lieder: Fördern Sie das auditive Gedächtnis durch gemeinsames Singen von Liedern und Aufsagen von Reimen, welches das Kind wiederholen.
  • Rhythmus nachklatschen: Klatschen Sie einfache Rhythmen vor, die das Kind nachklatschen sollen. Das fördert nicht nur das auditive Gedächtnis, sondern auch das rhythmische Empfinden

Räumliche Wahrnehmung: Die räumliche Wahrnehmung ermöglicht es Kindern, die Lage und Beziehung von Objekten im Raum zu verstehen, was für die Auge – Hand – Koordination und das mathematische Denken wichtig ist.

  • Puzzle bauen: Lassen Sie ihr Kind verschiedene Puzzle bauen, die ihr räumliches Verständnis und ihre Problemlösungsfähigkeiten schärfen.
  • Versteckte Gegenstände: Verstecken Sie Gegenstände im Wohnbereich und erstellen Sie eine „Schatzkarte“, um die Objekte wieder zu finden.
  • Spiegelzeichnen: Das Kind soll versuchen, einfache Zeichnungen zu kopieren, während es nur das Spiegelbild der Vorlage sehen kann.
  • Wege nachzeichnen: Zeichnen Sie Wege auf Papier, die das Kind mit seinen Fingern oder einem Stift nachfahren muss, um das Ende des Weges zu erreichen.

Visuelle Wahrnehmung: Die visuelle Wahrnehmung stärkt die Fähigkeit, visuelle Details zu erkennen und zu interpretieren, was für das Lesen und Schreibenlernen essentiell ist.

  • Suchbilder: Verwenden Sie Bilder, auf denen das Kind spezifische Gegenstände finden muss, was die Aufmerksamkeit und das Detailsehen schärfen.
  • Formen sortieren: Stellen Sie eine Vielzahl von Formen zur Verfügung und lassen Sie das Kind diese nach Form, Farbe oder Größe sortieren.
  • Muster fortsetzen: Erstellen Sie einfache Muster mit Blöcken oder Karten und fordern Sie das Kind auf, die Muster fortzusetzen.
  • Farbmischexperimente: Experimentieren Sie mit Farben Sie das Kind verschiedene Farben mischen lassen, um neue Farben zu erstellen und diese zu benennen.

                                                            Gutes Gelingen!